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Neues Tempolimit soll Lärmpegel senken

Ein permanentes Rauschen, Tag und Nacht. Das ist es, was die meisten Anwohner in Persebeck und Umgebung gut kennen. Eingeschlossen von der A44 und A45 ist die Geräuschkulisse der Autobahnen hier unentwegt zu hören.


 

Text: Ruhr-Nachrichten, 29.01.2011

 

Foto: RN/dpaFoto: RN/dpa

Die Forderungen nach Lärmschutz bestehen deshalb schon lange. Etwa 80 Anwohner folgten am Donnerstag der Einladung des SPD-Ortsvereins, um über Problemlösungen zu diskutieren.

Die Lage in Persebeck und Umgebung ist angespannt, die Bürger sind genervt: Die Lautstärke der Autobahngeräusche liegen tagsüber zwischen 65 und 70 Dezibel, 55 bis 60 Dezibel bei Nacht. Zum Vergleich: 65 Dezibel entsprechen ungefähr dem Geräuschpegel in einer Kantine. Dass das nicht nur belästigend, sondern auch gesundheitsgefährdend sein kann, machte Michael Twardon, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, deutlich.


Sechsstreifiger Ausbau der A45

Doch was tun? Baumaßnahmen an bereits bestehenden Straßen werden per Gesetz erst ab einem Grenzwert von 70 Dezibel am Tag und 60 Dezibel in Nacht zur Pflicht – Werte, die in Persebeck zwar erreicht, aber nicht überschritten werden. Erst mit dem geplanten sechsstreifigen Ausbau der A45, gibt es für die Bürger Hoffnung auf Lärmschutzmaßnahmen: Für Neubauten gelten niedrigere Grenzwerte.

Flüsterasphalt

Doch Alfred Lützler, Leiter von Straßen.NRW, sorgte für Ernüchterung. Zwar seien für den Ausbau auch Lärmschutzwände und Flüsterasphalt vorgesehen, doch befände sich Straßen.NRW erst in der Grobplanung des Ausbaus: "Die Fertigstellung der Arbeiten ist erst in zehn Jahren realistisch". Die Lärmschutzmaßnahmen vorzuziehen wäre möglich, aber selbst dann würde es noch Jahre dauern, bis etwas passiert.

So bleibt die Frage: Was ist kurzfristig möglich, um die Beschallung zu dämmen? Sowohl SPD-Politiker Armin Jahl (MdL) als auch Ratsmitglied Norbert Schilff sprachen sich für eine Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit aus: Wo heute 130 km/h erlaubt sind oder ohne Beschränkung gerast werden kann, solle bald nur noch 120 km/h erlaubt sein. "Wir hoffen, dass wir uns in puncto Tempolimit durchsetzen können", machte Jahl Hoffnung.

Normaler Planungsweg

Die Bürger waren mit der Diskussion zufrieden. Man hätte gewusst, dass die Forderungen nicht über Nacht zu realisieren sind: "Wir haben Informationen erhalten, was machbar wäre", meinte Andreas Bahr, der seit acht Jahren in Persebeck wohnt. "Klar ist trotzdem, dass alles den normalen Planungsweg gehen muss und dass das seine Zeit braucht."